Seinen eigenen Garten zu pflegen ist eine schöne Sache, allerdings manchmal nicht nur ein nützliches, sondern auch ein teures Hobby. Dabei kann auch bei der Gartenarbeit viel gespart werden bzw. ein ertragreicher Garten mit Selbstversorgungspotential angelegt werden. Es muss ja nicht gleich eine Streuobstwiese bzw. ein großer Obst- oder Gemüsegarten sein. Es gibt auch kleine Sparprojekte wie z.B. Küchenkräuter, die mit etwas Geschick sogar auf Fensterbänken bzw. auf dem Balkon gedeihen. Hier einige nützliche Garten-Ideen.
Effiziente sommerliche GartenbewässerungGarten- oder Balkon-Pflanzen sollten an heißen Sommertagen entweder früh am Morgen
oder spät am Abend gegossen werden. Am Tag bzw. während der Mittagszeit würde durch die Sonneneinstrahlung und die aufgeheizten Erdbereiche ohnehin der größte Teil des Gießwassers sofort wieder verdunsten.
Als günstigste Bewässerungszeit hat sich der frühe Morgen bewährt, da die länger anhaltende nächtliche Feuchte bei empfindlichen Pflanzen zu Pilzkrankheiten führen kann. Darüber hinaus sind feuchte Böden und Gemüsebeete ein nächtlicher Tummelplatz für die Spanische Wegschnecke. Eine gefürchtete Schneckenart bei Gartenbesitzern und Landwirten, die mittlerweile zur häufigsten Nacktschnecke Deutschlands geworden ist.
Darüber hinaus sollten Sie beachten, daß die meisten Pflanzen eher intensiv als extensiv
gegossen werden sollten. Wenn Pflanzen seltener gegossen werden, dann breiten sich die Wurzeln der Pflanzen in tiefere Bodenschichten aus. Dadurch wird die Wasserversorgung der Pflanze verbessert bzw. die Pflanze reagiert weniger anfällig auf die Trockenheit der oberen Bodenkrume.
Regenwassernutzung durch RegentonnenDie Schmutzwasserkostenberechnung erfolgt in der Regel auf Basis des Trinkwasserverbrauchs, d.h. wenn Sie an heißen Tagen durch Regenwassernutzung den Garten bewässern, dann vemindern Sie nicht nur Ihren Trinkwasserverbrauch. Häufig wird nämlich vergessen, daß bei der Gartenbewässerung mit Leitungswasser auch zwangsläufig Abwassergebühren mit berechnet werden, die eigentlich gar nicht entstehen, da das Leitungswasser ja im Garten versickert.
Die Regenwassernutzung mit einfachen Garten-Regentonnen ist in jedem Fall einen Versuch wert und kann erhebliches Sparpotential offenbaren. Einsparungen beim Wasserverbrauch und den damit verbundenen Trink- und Schmutzwassergebühren sind nicht von der Hand zu weisen.
Dazu schließen Sie eine Regentonne an das Regenfallrohr an und fortan können Sie
gespeichertes Regenwasser zum Gießen oder Rasensprengen verwenden. Natürlich können Sie auch einen unterirdischen Regenwassertank (Erdtank) mit erheblich größerem Fassungsvermögen aufstellen, aber hierbei ist der Installationsaufwand schon etwas komplizierter bzw. teurer.
Einfache Kunststoff-Regentonnen mit 200-300 Liter Fassungsvermögen gibt es im Baumarkt schon ab 30-40 Euro. Dazu passende Füllautomaten bzw. Rohrverzweigungen mit Füllklappe liegen in ähnlichen Preisbereichen. Für extravagante Regenwasserspeicher in Stein-/Felsenoptik bzw. Säulentanks muß dementsprechend mehr bezahlt werden. Weitere Kosten fallen nicht an, es sei denn, sie wollen das aufgefangene Regenwasser nicht per Hand und Gießkanne, sondern mit Gartenschlauch und Tauchpumpe zu den Pflanzen befördern.
Wie auch immer, die Regenwassernutzung zur Gartenbewässerung hilft dabei Wasserkosten zu senken und ist für jeden Hobby-Gärtner ohne Brunnen eine einfache Sparmaßnahme. Durch die verminderte Trinkwasserentnahme werden die Wasserressourcen geschont und obendrein wird das weiche Regenwasser von den meisten Pflanzen bevorzugt - im Vergleich zum teilweise recht harten Leitungswasser.
In einigen Städten & Kommunen lassen sich durch Regenwassertanks zusätzlich auch noch die Kosten für das Niederschlagswasser bzw. die Regenwassergebühren reduzieren, sofern man den Überlauf des Regenwasser-Sammelbehälters im Garten versickern läßt.
Vorsicht BärlauchDer Bärlauch (Allium ursinum) erlebt seit einigen Jahren eine wahre Renaissance und hat sich mittlerweile auch wieder in den deutschen Restaurant-Küchen fest etabliert. Dabei gehört der Bärlauch eigentlich zu den ältesten Nutz- und Heilpflanzen Europas und war schon bei den Kelten und Germanen bekannt.
Wer heute im Trend liegen möchte, kommt am zarten Knoblaucharoma des Bärlauchs kaum vorbei und auch immer mehr Gemüsehändler und Nahrungsmittelhersteller erweitern mit dem würzigen Knoblauchersatz ihre Angebote. Immer mehr Convenience-Produkte überschwemmen die Supermarkt-Regale - vom Bärlauch-Ravioli, über Bärlauch-Frischkäse und -Kartoffelsalat, bis hin zum Bärlauchpesto ist alles erhältlich.
Dabei kann der Hobby-Gärtner die Bärlauch-Pflanzen auch sehr gut im eigenen Garten züchten. Wer Bärlauch im Garten ansiedeln möchte muß nicht einmal besondere Standortbedingungen beachten. Bärlauch geheiht unter Büschen und Bäumen, sofern man ein wenig auf feuchten, humosen und kalkhaltigen Boden achtet.
Bärlauch ist allerdings ein sogenannter Frostkeimer, d.h. Bärlauchsaatgut benötigt mindestens einen Winter, also eine Vegetationsperiode, um zu keimen. Wer sicher gehen will, sollte seine Samen vor der Aussaat einige Tage in die Tiefkühltruhe stellen. Für ungeduldige Bärlauch-Fans gibt es heute aber auch schon vorgezogene Pflanzen im Fachhandel - dem Trend sei Dank. Und wenn der Bärlauch sich im Garten wohlfühlt, dann breitet er sich in den kommenden Jahren schnell von ganz alleine weiter aus. Wer seine Bärlauch-Sämereien im Zaum halten will, der muß den Aussaat-Bereich bzw. sein Beet von vornherein irgendwie begrenzen.
Bärlauch ist verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch und als Gewürz oder Gemüse vielseitig in der Küche zu verwenden. Problematisch ist lediglich, daß der wildwachsende Bärlauch im Freiland bzw. im Wald leicht mit giftigen Pflanzen verwechselt werden kann. Ähnliche Blätter besitzen z.B. der Gefleckte Aronstab, das Maiglöckchen und die Herbstzeitlose, so daß es bei der Bärlauch-Ernte häufiger zu Verunsicherungen kommt. Im schlimmsten Fall kann die Verwechselung mit einer Giftpflanze nämlich tödliche Folgen haben - also Vorsicht! Nur Bärlauchblätter verströmen beim Zerreiben einen knoblauchartigen Geruch. Wer dies beachtet, hat mit Bärlauch eine gute Alternative zum Knoblauch, ohne die typischen Körpergerüche nach dem Verzehr befürchten zu müssen.