Verdrehte Welt: Alle reden vom Sparen, der Umweltschutz wird propagiert, gleichzeitig aber zeigen Umfragen, daß die meisten Verbaucher den Strombedarf ihrer technischen Geräte völlig falsch einschätzen. Darüber hinaus wünschen sich die meisten Konsumenten eine zeitgemäße technische Haushaltsausstattung, ungeachtet wachsender Müllberge und kostenintensiver Herstellungsverfahren. Dabei kann der Verbraucher bei bewußter Technik-Nutzung viel Geld bzw. Energiekosten einsparen.
Sparsames VerkabelnWer schon einmal einen Stecker und ein passendes Kabel im Baumarkt oder Elektrofachgeschäft kaufen mußte, der kennt die Preise und kauft beim nächsten Mal vielleicht sofort eine günstige Dreifachsteckdose - die nicht benötigten Steckdosen kann man ja abschneiden. Natürlich ist das nicht die sparsamste bzw. umweltfreundlichste Lösung im Sinne der Abfallvermeidung.
Deshalb sollte man funktionsfähige und unbeschädigte Anschlusskabel mit Netzstecker von defekten Altgeräten
nicht mit entsorgen, sondern vorher abtrennen und diese Kabel aufheben. Dann hat man immer ein Ersatzkabel im
Haus, wenn einmal ein Stecker samt Kabel gebraucht wird. Viele Geräte benötigen nämlich nicht unbedingt einen SchuKo-Stecker, ein Eurostecker reicht zumeist aus, um schutzisolierte Geräte mit geringem Strombedarf (maximal 2,5 Ampere) an das Stromnetz anzuschließen.
Für jegliche Elektro-Basteleien gilt jedoch der Hinweis: Achtung Netzspannung! Ein Stromschlag kann tödlich sein oder zu schweren Verletzungen führen! Für Laien kann es durchaus lebensgefährlich sein, an defekten Geräten herumzubasteln. Geräte immer vom Stromnetz trennen und sonstige Sicherheitsbestimmungen einhalten!
Nicht mehr funktionstüchtige Elektro- und Haushaltsgeräte gehören nicht in den Hausmüll, sondern sollten dem städtischen Recyclinghof bzw. anderen Entsorgungsstellen zugeführt werden.
Computer-Stromverbrauch senkenEin Computer ist nicht gerade ein zurückhaltender Stromverbraucher. Gerade wenn noch einige Steckkarten und Peripherie-Geräte mit dem Rechner verbunden sind, kann die Nutzung des Computers die Stromrechnung auf Jahressicht enorm in die Höhe treiben.
Man kann also nur dazu raten den Computer abzuschalten, wenn er nicht genutzt wird. Bereits ein Rechner, der untätig im Leerlauf läuft, braucht nämlich schon zwischen 50-80 Watt. Die 50-100 Watt für einen älteren Röhrenmonitor nicht mitgerechnet. Wenn man jetzt noch bedenkt, daß in den meisten Arbeitszimmern und Büros der Computer mehrere Stunden am Tag läuft. Dann sollte man ruhig mal über Einsparpotentiale bzw. Energiesparoptionen nachdenken.
Deshalb sollte Sie den Computer während Arbeitspausen ausschalten bzw. in den sogenannten Standby-Modus versetzen. Dieser kann bei Windows XP über die "Energieoptionen" der Systemsteuerung eingestellt werden oder aber direkt über den Menü-Punkt "Herunterfahren" ausgewählt werden. In den Energieoptionen kann ein Zeitpunkt für das Ausschalten des Monitors, der Festplatten gewählt und der Standby-Betrieb des Computers aktiviert werden.
Im Stand-By-Modus bleibt der Ist-Zustand des Computers im Speicher (RAM) erhalten, alle weiteren Komponenten befinden sich im Energiesparmodus und verbrauchen so keinen Strom. Man erspart sich dadurch das erneute zeitraubende Hochfahren des Rechners mitsamt den Datei- und Programmaufrufen. Der Computer kann durch einen Tastendruck wieder "aufgeweckt" werden und der vorherige Arbeitszustand wird relativ schnell wieder aus dem Speicher zurückgelesen.
Leider verbrauchen die meisten Computer aber auch dann noch Strom, wenn sie eigentlich ausgeschaltet sein sollten.
Gleiches gilt für den Monitor, den Drucker, die externe Festplatte oder auch den Scanner. Alle diese Geräte besitzen keinen richtigen Netzschalter, d.h. das Netzteil dieser Komponenten wird trotzdem noch mit Strom versorgt. Diese Geräte können demnach nur unter Verwendung einer schaltbaren Mehrfachsteckdose völlig ausgeschaltet werden. Wenn dort der Schalter auf "Aus" steht, dann fließt auch hier kein Standby-Strom mehr.
Des Weiteren sollten Sie sich auch nicht von den neuesten Trends und den schnellen Produktlebenszyklen der Chip- bzw. Prozessor-Hersteller täuschen lassen. Durchschnittlich alle 2 bis 3 Jahre ersetzt ein Computer-Nutzer hierzulande den alten PC durch ein neueres, moderneres Rechner-Modell. In vielen Fällen ist diese Anschaffung aber völlig unnötig. Für die meisten Anwendungen und Office-Zwecke reicht auch ein älterer Rechner bzw. ein älteres, energiesparendes Notebook vollkommen aus. Durch den Austausch eines Desktop-Rechners durch ein älteres Notebooks ließe sich bis zu zwei Drittel des Stromverbrauchs einsparen und so zum Umweltschutz beitragen. Man sollte also schon vor der Anschaffung eines neuen Rechners darüber nachdenken, ob man die hohe Leistung des Neugeräts wirklich benötigt.
Ebenso sollte man auf den Einsatz von Bildschirmschonern verzichten. 3D-Animationen und hochauflösende virtuelle Aquarien belasten Grafikkarte, CPU und Monitor mit unnötigem Stromverbrauch. Nutzen sie lieber die Energiesparoption, d.h. den Standby-Modus des Bildschirms - die Stromrechnung wird es Ihnen danken. Ein dunkler Bildschirm ist vielleicht nicht so spektakulär, aber schließlich wurden Klimawandel und die möglichen Folgen für Mensch und Umwelt auch noch nie so heiß diskutiert wie in den letzten Jahren.